Sarg niemals nie- Ein Musical zum Totlachen

(c) Marie Rosengard

„Wenn Bestatten deine Arbeit ist, ist das meistens leider sehr, sehr trist. Deswegen schlage ich vor: Versuch´s mit schwarzem Humor.“ (https://www.theater-zitadelle.com/hausproduktionen/sarg-niemals-nie-ein-musical-zum-totlachen)

Am 13.12.2019, durfte ich dank einer Einladung von Enrico Scheffler das “Theater in der Grünen Zitadelle“ besuchen. Am Anfang sagte mir das Stück nichts, ich bin ohne Erwartungen reingegangen und wurde nicht enttäuscht. Der Titel hält was er verspricht, es ist ein Musical zum Totlachen!

Kurz zum Stück:

Das war das Motto von Herrn Schneider: Seit seinem Tod versucht sein Sohn David das bankrotte Familienunternehmen vor dem Ruin zu retten. Ihm zur Seite steht nur seine polnische Haushaltshilfe Dakmar, in die David hoffnungslos verliebt ist. Unerwartet taucht Tim, Davids älterer Bruder, auf. Er ist als Jugendlicher nach Indien abgehauen, um sich weniger dem Tod und mehr dem Leben zu widmen: Tim wurde Kamasutra-Meister. Er ist zurückgekehrt, um sein Erbe abzuholen.

David ist nicht erfreut, seinen Bruder wiederzusehen. Er muss ihm erklären, dass das Unternehmen pleite ist. Um Geld zu beschaffen und die Firma zu retten, fasst er den verzweifelten Plan, IKEA-Pax-Schränke in Särge umzubauen. Dakmar wünscht sich indes, dass David endlich den ersten Schritt macht und ihr seine Liebe gesteht. Nur beim gemeinsamen Kiffen nach einer erfolgreichen Bestattung kommen sich David und Dakmar ein wenig näher.

Durch ein Missgeschick gelangt die Asche von Herrn Schmitt in das Weed. Diese Mischung entpuppt sich plötzlich als beste Droge aller Zeiten. Tim hat sofort eine neue Idee: Sie verkaufen Herrn Schmitt als Shit. Das Geschäft läuft prächtig, bis die Polizei hinter die Machenschaften der drei Hobby-Dealer kommt.

https://www.theater-zitadelle.com/hausproduktionen/sarg-niemals-nie-ein-musical-zum-totlachen/

Marie-Luis Kießling spielt die polnische Haushilfe Dakmar. Ich durfte Marie-Luis am 13.12.2019 das erste Mal auf der Bühne erleben und sie hat mich überzeugt. Sie hat eine sehr angenehme und ausdrucksstarke Stimme, der man gerne zuhört. Auch schauspielerisch war Marie-Luis sehr überzeugend! Marie-Luis zeigt das sie die Bühne liebt, sie strahlt etwas aus, dass einen sofort mitfühlen lässt. Dakmar ist verliebt in David, den Sohn des verstorbenen Vaters. Sie findet, Männer sollten den ersten Schritt machen. Dieser Meinung bleibt sie bis zum Ende treu und gewinnt am Ende David! Mit Dakmar kann man viel lachen und fühlen, dass zeigt das Marie-Luis ein großes schauspielerisches Talent hat.

links Adrian Laza
rechts Marie-Luis Kießling
(c) Carsten Kammer

David wird in dem Musical von Adrian Laza dargestellt. Als Adrian das erste Lied sang war ich positiv überrascht! Er hat ebenfalls eine sanfte und zugleich kräftige Stimme, die einen großen Wiedererkennungseffekt besitzt! Schauspielerisch hat Adrian Laza seine Rolle glaubwürdig dargestellt. Man kaufte ihm es wirklich ab, das er unsterblich in Dakmar verliebt ist, es aber nicht sagen kann. Ebenso glaubte man ihm, das David das Geschäft von seinem Vater retten möchte. Seine Rolle erlebt dann aber einen Wandel, er ist am Anfang sehr fokussiert auf seine Arbeit, will das Geschäft unbedingt wieder zum Laufen bringen. Dann aber passiert dank Tim ein Missgeschick, David wird dank den Joints lockerer und riskiert mehr. Ich finde diesen Wandel der Rolle hat Adrian Laza perfekt gespielt.

Enrico Scheffler stellt im Stück „Sarg niemals nie“ den Tim dar. Anfangs ist Tim gar nicht darauf aus das Unternehmen des Vaters zu retten, er möchte nur sein Geld haben und zurück nach Indien gehen. Dann aber probiert er auch von den Joints, die mit Asche der Verstorbenen gemischt sind, und hat die Idee das Unternehmen des Vaters zu retten. Er überredet seinen Bruder bei der Idee mitzumachen und gemeinsam mit Dakmar kurbeln sie das Geschäft wieder an. Am Ende hat Tim sein Geld und will wieder zurück nach Indien. Aber er bleibt dann doch lieber bei seinem Bruder. Enrico spielt die Rolle des Tims sehr gut! Auch er verkörpert den Wandel der Rolle auf der Bühne gut und das zeigt das er ebenfalls ein guter Schauspieler ist. Enrico hat eine bemerkenswerte und gut erkennbare Stimme, er zog mich direkt in seinen Bann.

Marie-Luis Kießling und Enrico Scheffler
(c) Carsten Kammer

Das Bühnenbild war für die Bühnengröße sehr gut aufgebaut. In der Mitte der Bühne stand ein Sarg, links ein Schreibtisch und rechts ein Redepult und Blumen. Hinten war eine Mauer aufgebaut. Darauf standen Kerzen und zwei Urnen, eine enthielt die Asche eines Verstorbenen und in der anderen waren die Joints drin. Das war auch schon das Bühnenbild, ich finde so war es völlig ausreichend. Mit mehr Requisiten wäre es wahrscheinlich überladen gewesen. Rein nach dem Motto, „Weniger ist mehr“.

(c) Marie Rosengard

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Enrico Scheffler und dem „Theater in der Grünen Zitadelle“ für die Einladung bedanken. Es war eine Ehre für mich.

Marie-Luis, Adrian und Enrico, ihr habt mir einen sehr schönen Abend bereitet!

(c) Carsten Kammer

Matthias Stockinger

Foto: Alex Wolfanger

Während deiner Zeit bei Tanz der Vampire hast du sowohl als Chagall als auch als Krolock auf der Bühne gestanden. Könntest du dir das auch bei Ludwig2 oder der Päpstin vorstellen und wenn ja, welche Rollen würden dich in diesen Stücken reizen?

Bei Tanz der Vampire hatte ich auch noch hin wieder das Vergnügen, Koukol zu spielen und hatte auch eine Ensembleposition. Als junger Darsteller war das großartig, weil ich mich innerhalb des Stückes in verschiedenen Rollen ausprobieren konnte. Bei Ludwig würde es eigentlich nur eine Rollen geben, die mich noch reizen würde, wenn ich dann mal noch älter bin und das ist der Doktor Gudden, aber solange ich altersmäßig noch auf Ludwig passe, ist das natürlich die Traumrolle in dem Stück und auch darüber hinaus. Bei der Päpstin würde mich auch Anastasius mal reizen und auch „Hinter hohen Klostermauern“ ist ein großartiger Song. Aber auch da ist es so, dass ich den Gerold wirklich gerne mag.

Seit einigen Jahren bist du nicht nur als Sänger und Schauspieler tätig, sondern auch als Regisseur. Was hat dich dazu bewogen, auf der „anderen Seite“ der Bühne zu arbeiten zu wollen?

Das ist ganz spannend. Und man hat eine große Verantwortung gegenüber seinen Darstellern und dem Stück, aber auch gegenüber dem Publikum. Es macht einfach ganz großen Spaß, ein Stück ganz nach dem eigenen Geschmack auf die Bühne bringen zu dürfen und dabei auch noch emotional so eng mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Was fasziniert dich so an dem Stück „die Päpstin“, dass du seit 2017 immer wieder den Gerold verkörperst?

Ich liebe die Musik von Dennis Martin und das macht es für mich immer wieder zu einem Highlight. Außerdem sind mir das ganze Stück und einige Kollegen und eben auch die Rolle des Gerold richtig ans Herz gewachsen.

Gerold entwickelt sich im Laufe der Geschichte von Johannas Ziehvater zu ihrem Geliebten. Glaubst du, dass eine solche Beziehung im wahren Leben tatsächlich funktionieren kann?

Das Stück schafft es, die Liebe zwischen den Beiden als etwas Großes und Reines darzustellen, eine Schicksalhaftigkeit, der sich keiner entziehen kann. Und nur so funktioniert diese Liebe auch, ohne dass es etwas moralisch Bedenkliches hat. Denn immerhin ist Gerold ja der Ziehvater und nimmt Johanna als kleines Mädchen bei sich auf. Ohne diese Größe und Schicksalhaftigkeit und in unserer heutigen Zeit, wäre das ein echter Skandal.

Wieviel Gerold steckt in Matthias und wieviel Matthias in Gerold?

In jeder Rolle, die ich verkörpere steckt viel Matthias, aber es ist eben trotzdem immer eine Rolle. Umgekehrt beeinflusst jede Rolle, die ich spiele auch mich, manchmal nachhaltig, manchmal auch nur für eine gewisse Zeit. Da ich zur Premiere der Inszenierung von Benjamin Sahler in meiner Heimatstadt Neunkirchen den Gerold gemeinsam mit dem Regisseur neu finden und entwickeln konnte, steckt da schon einiges von mir drin. So eine Rolle ist wie ein ganz enger Freund, da weiß man ganz viel voneinander, fast alles, aber eben immer nur fast.

Interview mit Enrico Scheffler und Ronny Grosse

Vor dem Konzert, durfte ich ein kurzes Interview mit Enrico Scheffler und Ronny Grosse führen.

Beide: Wie seit ihr zum Musical gekommen?

Ronny: Ich habe verschiedene Musicals gesehen und dachte mir dann `Menschenskinder das ist eben so ein Zwischending´.

Vorher habe ich eher das Schauspiel für gut gefunden und wollte das immer machen. Ich habe ich mir dann viele Musicals angeschaut und habe gedacht, ´sowas willst du auch mal machen´.

Enrico: Ich habe als Kind schon angefangen, bei Familienfeiern Lieder zu singen und versucht, alle zu unterhalten. Ich spiele gerne Theater und habe eben im Musical diese schöne Verbindung zwischen Musik und Theaterspiel für mich entdeckt.

Beide: Wo habt ihr eure Musicalausbildung gemacht?

Ronny: Ich habe es privat gemacht, habe Unterricht im Gesang und Schauspiel genommen. Außerdem gibt es eine Theatergruppe, die ich leite und in der ich auch Stück inszeniere. Für diese Stücken sind auch schon Songs von Enrico Scheffler komponiert worden. Wir arbeiten auch in dem Fall zusammen. Darüber entwickelt man sich ja, es ist auch eine Erfahrung die man sammelt. Und wir lernen auf der Bühne viel voneinander und bringen dann auch Vieles mit.

Enrico: Bei mir war es auch eher so ein Learning by Doing mit Privatunterricht im Gesang und Schauspiel. Und dann ist die Bühne eben meine große Schule gewesen. Auf der habe ich während der Schulzeit als Statist schon viel gemacht und habe im Chor mitgesungen. So habe ich dann verschiedene Produktionen kennengelernt und solistische Projekte gemacht.

Beide: Wenn es mit dem Musical nicht geklappt hätte, was wäre euer Plan B gewesen?

Enrico: (schnell) Pilot

Ronny: Busfahrer

Enrico: (lacht) Dann hättest du alle Gäste zu mir zum Flugzeug bringen können.

Ronny: Ja das war ein Kindheitstraum. Ich fand das immer gut wie bei den Bussen die Türen auf und zu gehen.

Im Endeffekt habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht, habe angefangen Theater zu spielen und jetzt organisiere ich das Alles hier. Ich bin der Intendant der Bühne, darf aber auch andere Veranstaltungen hier reinholen. und stehe dann hier selbst gerne auf der Bühne.

Eigentlich habe ich ganz klassisch Betriebswirtschaft studiert und bei der Sparkasse gelernt, die Eltern haben ja gesagt „lern erstmal was Vernünftiges“. Und das bekommt mir jetzt eigentlich gar nicht so schlecht, denn wenn man Projekte plant, muss das Finazielle passen. Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, sollte man gewinnbringend arbeiten.

Beide: Wie ist es in verschiedene Rollen zu schlüpfen?

Enrico: Schön! Das macht einfach Laune, verschiedenen Sachen zu spielen, verschiedene Charaktere auf die Bühne zubringen.

Vor allem wenn ich jetzt an einem Tag ein Stück gespielt hab und am nächsten Tag genau wieder ein Anderes, was total gegensätzlich ist. Diese Herausforderung, beide Sachen irgendwie vernünftig auf die Bühne zubringen, macht dann besonders viel Spaß.

Und ja, es macht einfach Laune, das ich da in die Charaktere und verschiedene Kostüme mich einfügen kann .

Ich bin überhaupt kein Karnevalsfreak, obwohl sich da auch immer alle verkleiden. Die meisten verstehen gar nicht warum ich auf der Bühne immer so viel Spaß, habe mich zu verkleiden aber das im Karneval nicht gerne mache. Auf der Bühne ist einfach dieser Zauber, der da mit den Kollegen zusammen entsteht, dass man eben in eine Parallelwelt abtaucht.

Ronny: Und ich glaube das ist der Punkt. Das man wirklich die Figur dann mimt. Proben bringen einen ja dazu, dass man den Charakter dann annimmt. Und beim Karneval ist es dann so, dass ich ja dann Ronny Grosse bin, nur halt im Kostüm und das ist das was ich nicht möchte.

Enrico: Was war das erste Musical was du gesehen und gespielt hast?

Enrico: Das waren verschiedene. Also das Erste was ich mit 12 Jahren gesehen habe, war die erste Inszenierung vom „Glöckner von Notre Dame“ in Berlin am Potsdamer Platz.

.Mit dem Nordharzer Städtebund Theater habe ich 2006 hier auf der Bühne (Bergtheater Thale) „Anatevka“ gespielt.

Enrico: Was war deine peinlichste Panne auf der Bühne? Egal ob im Musical oder bei einem Konzert

Enrico: Na mal sehen was heute noch so kommt (lacht) man weiß ja nie. Aber ansonsten…die peinlichste Panne (überlegt), fällt mir gerade nicht ein, muss ich mal kramen. (fragt Ronny ob er mit ihm schon mal was peinliches erlebt hat)

Ronny: Nö

Enrico: Achso… bei der Operette „Der Vogelhändler“ hatte icheine schöne Lederhose an und wurde in so eine Schubkarre rein gestoßen und musste in diese hinein fallen. Dabei habe ich es an drei aufeinanderfolgenden Vorstellungen geschafft, dass mir beim Fallen immer der Knopf der Lederhose abgerissen ist. Bei der Dritten ist mir dann die ganze Hose gerissen, das war ziemlich peinlich.

Ronny: Was ist dein Lieblingstheater, und warum?

Ronny: Naja das liegt ja auf der Hand. Die wohl schönste Naturbühne Deutschlands, das Harzer Bergtheater. Nicht nur, weil ich hier nun meinen Traum erfüllt habe, dass hier zuführen, sondern ganz einfach weil ich finde, dass diese Atmosphäre wunderbar ist.

Und wir bieten hier mittlerweile neben Musicals auch Theatervorstellungen , Konzerte an.

Selbst Gothic-Konzerte funktionieren hier, gerade weil diese Bühne eine besondere Magie, so einen Zauber hat .

Trotz das es hier richtig schräg nach unten ab geht, ist noch nie etwas passiert…Toi Toi Toi.Das zeigt irgendwo den Wunsch, dass hier mehr auf der Bühne passieren soll und darauf freue ich mich schon. Wir sind in der Planung für weitere Projekte.

(c) Marie Rosengard

Ronny: Ist es manchmal schwer den Job als Intendant und Musicalsänger zu kombinieren und unter einen Hut zubringen?

Ronny: Ähm…ja. Es ist natürlich zeitaufwendig, demnach auch stressig, gerade wenn man parallel arbeiten muss. Die Arbeit als Leiter dieser Bühne bleibt ja nie liegen, man muss es ja trotzdem machen. Aber ich denke schon, das ich ganz gut planen kann. Ich habe ja dann auch MitarbeiterInnen, die mich da unterstützen, die auch heute die das ganze auch Backround vorbereitet haben und darauf kann ich mich echt verlassen. Das passt dann schon.

Beide: Wie ist es OpenAir Konzerte, wie eben Die Musical Night 2019 zuspielen?

Enrico: Ganz ehrliche Antwort..es ist anstrengend. Es macht dann in dem Moment wenn es dann wirklich soweit ist und wir dann vorm Publikum stehen Spaß. Aber diese ganze Vorbereitung und das ganze Drumherum nagt ziemlich an den Nerven. Es ist aber trotzdem eine schöne und große Aufgabe. Und das macht dann doch Laune, aber ist eben sehr anstrengend. Wenn du jetzt die anderen Kollegen fragen würdest , „Wie war denn Enrico heute so drauf?“ Da glaube ich , könnte mich der Großteil heute steinigen.

Ronny: Nicht nur das….

Enrico: (lacht) Ja nicht nur das.

Ronny: Ja es ist anstrengend. Vor allem wenn man weiß, dass ein Tag vorher eben noch Proben stattfinden, das war ja gestern. Und ja, man muss 6 Leute zusammenbringen, die Hauptcast an der Stelle. D ann ist es natürlich so, dass man noch mitfiebert ob das Wetter hält. Es sah ja laut Wettervorhersage nicht so aus…jetzt ist es Gott sei Dank gut. Vielleicht wieder einen Omen an das Theater. Und dann so viel Raffinessen mit der Technik, die wir hier so manchmal so erleben. Das es funktioniert, das die Sachen dann da sind, die wir wollen.

Enrico: Oder auch nicht (lacht)

Ronny: Oder auch nicht da sind.

Enrico: Es fehlen auch mal Mirkos.

Ronny: Genau. Und wir dann da irgendwie versuchen müssen, zu improvisieren oder schnell noch etwas besorgen müssen. Dann haben wir natürlich noch den Zeitdruck. Es ist nun mal 19.00 Uhr offen und wir wollten ja schon 18.00 Uhr miteinander sprechen (unser Interview startete eine halbe Stunde später). Wenn das Publikum dann applaudiert, ist glaub ich der größte Lohn und man geht dann nach Hause und sagt , okay das hast du erreicht.

Enrico: Na auf den Applaus hoffen wir mal (schmunzelt) .

Ronny: Ja den haben wir ja noch vor uns. Und ich hoffe das kommt auch heute…mal gucken. (schmunzelt)

Beide: Und auf was freut ihr euch heute Abend am meisten?

Enrico: Auf Marks Auftritt freue ich mich am meisten. Da spreche ich wahrscheinlich auch für Ronny. Wir leben ja nicht in dieser Stage Entertainment Welt, sondern wir sind ja eher hier in unserem Kreis unterwegs. Letztes Jahr Thomas Borchert, dieses Jahr Mark Seibert. Das sind ja für uns Größen zu den wir aufschauen und die wir eben auch gern beobachten. Es ist für uns eine Ehre ist wenn sie dann sagen: „Ja wir kommen und machen eurem Konzert mit. „

Ronny: Also nicht nur das, wenn die dann sagen, dass sie es gar nicht so erwartet haben, wie unsere Show aufgebaut ist. Das es eben mit Choreografien und Kostümen ist und das wir versuchen, in jedem Stück zumindest ein Accessoire zur Verfügung stellen.

Enrico: Die Liveband, kommt gleich als zweiten Punkt, auf die ich mich sehr freue, denn das gibt es auch nicht mehr so oft im Musical.

Ronny: Und ich hoffe das die Show so funktioniert, wie wir uns das ausgedacht zusammen kreiert haben.

Das das Publikum eben mitfiebert und mitklatscht und teilweise auch mitsingt. Das wäre natürlich fantastisch.

Ich bedanke mich bei Enrico Scheffler und Ronny Grosse, für ihre Zeit.

(c )Marie Rosengard

Jan Ammann

Foto: Klaus Schnaidt, 2018

Du stehst in diesem Sommer in verschiedenen Produktionen auf der Bühne. Wie gelingt Dir der Spagat zwischen Jurij Schiwago in Tecklenburg und Markgraf Gerold von Villaris in Stuttgart ?

Zum Glück sind das zwei sehr unterschiedliche Rollen, da kann man sich sozusagen nicht verirren. Spiele ich Gerold, erhole ich mich gewissermaßen von Jurij und umgekehrt. Durch den Wechsel gehe ich eigentlich jeweils frischer wieder in die andere Rolle. Und die Zeit und das Leben „dazwischen“ sorgen für die nötige Distanz, um beides so gut wie möglich hinzukriegen.

Foto: Stephan Drewianka

Sowohl in Schiwago als auch bei der Päpstin stehst Du erstmals mit neuen SpielpartnerInnen auf der Bühne. Inwiefern beeinflusst das deine Interpretation der jeweiligen Rolle?

Sehr stark sogar. Auf der Bühne ist jeder nur so gut wie sein Partner, deshalb investiert man viel, bekommt aber auch jede Menge zurück. Bei Sandy Mölling war es so, dass wir uns vor meiner Premiere als Gerold nur ganz kurz vor der Vorstellung gesehen haben. Doch da war sofort ein Draht zwischen uns und ich wusste, das schaffen wir auf der Bühne. Und so war es auch. Mit Milica Jovanovic habe ich ja bereits bei „Rebecca“ in Tecklenburg bestens zusammen gespielt und bei „Dr. Schiwago“ gab es für uns zudem die gemeinsame Probenzeit. Und mit Wietske van Tongeren, die ich sehr schätze, habe ich auch eine Tonia an meiner Seite, die es mir leicht gemacht hat.

Foto: Ingrid Kernbach

Was haben Jurij und Gerold deiner Meinung gemeinsam, bzw. was unterscheidet die beiden Männer?

Viele Gemeinsamkeiten sehe ich bei den beiden nicht, immerhin lebten sie zu sehr verschiedenen Zeiten. Diese wahnsinnigen Umbrüche, die Russland während des Ersten Weltkriegs und durch die russische Revolution ereilten, in deren Wirren Jurij Schiwago zu überleben versucht, sind einfach nicht mit der mittelalterlichen Lebensweise eines Markgrafen vergleichbar. Wahrscheinlich haben Jurij und Johanna mehr Gemeinsamkeiten. Doch während Jurij damit hadert, wie sehr sich seine Welt verändert, steht Gerold dem wissbegierigen Mädchen, das ja eigentlich in dieser Zeit nicht mal lesen lernen soll, als fortschrittlicher Förderer zur Seite. Sehr unterschiedlich diese beiden Männer…

Foto: Klaus Schnaidt, 2018

Gerold entwickelt sich im Laufe der Geschichte von Johannas Ziehvater zu ihrem Geliebten.
Glaubst du, dass eine solche Beziehung im wahren Leben tatsächlich funktionieren kann?

Liebe kennt keine Grenzen, das ist das wahre Leben. Heutzutage würde eine solche Beziehung sicher moralisch in der Kritik stehen, aber wie heißt es so schön bei „Dr. Schiwago“: „Du kannst nicht die Liebe wählen … sie wählt DICH“.

Foto: Stephan Drewianka

Wieviel Gerold steckt in Jan und wieviel Jan in Gerold?

Ich fülle natürlich jede Rolle mit dem, was ich bin, aber mit dem Gerold habe ich persönlich nicht so viel zu tun. So ein Markgrafen-Leben ist doch weit entfernt von der heutigen Zeit, seine Gefühle zu Johanna hingegen sind wiederum sehr gut nachvollziehbar – und da treffen sich Gerold und ich dann doch manchmal. Trotzdem ist der Gerold etwas entfernter von mir als König Ludwig oder Dr. Schiwago.